In diesem Jahrbuch geht es um Träume und Visionen, die Winterthur und die Menschen, die dort leben, voranbringen. Der deutsche Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt meinte zwar: «Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.» Die Stadt Winterthur lebt aber davon, dass Visionärinnen und Visionäre ihre Träume ernst nehmen und verwirklichen. Deshalb hat dieses Jahr die frisch renovierte Villa Flora ihre Türen wieder geöffnet und gibt es in Winterthur eine Literatur- und Spoken-Word-Reihe an lauschigen Orten. Deshalb haben sich diesen Sommer Hunderte von Jonglage- und Zirkusfans aus aller Welt im Eulachpark getroffen.
Andere Winterthurerinnen und Winterthurer träumten von Wölfen im städtischen Wald, von einem wieder lokal gebrauten Bier, von einer umfassenden Ingenieursausbildung oder einem Lokalradio. In diesem Jahrbuch begegnet man Menschen, die ihre Träume, ihre Visionen lebten – allen Widrigkeiten zum Trotz. Zum Beispiel die «Wolfsmutter» Ruth Werren, der Patron der Brauerei Stadtguet oder der Gründer von – damals – Radio Eulach.
Auch im Bereich von Technik und Industrie wird geträumt: Normen wie ISO oder DIN sind nicht das Erste, was mit Visionen in Zusammenhang gebracht wird. Aber weil Anfang des 20. Jahrhunderts die Vision einer schweizweiten Normierung von Industriegütern aufkam, wirkt nun gut hundert Jahre später die Schweizerische Normen-Vereinigung von Winterthur aus. Seit 150 Jahren lebt die Vision eines «Technikums für die Schweiz» an der ZHAW School of Engineering, nun wird ein neues Campus entstehen.